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Inklusion in Kindergarten St. Martin in Brendlorenzen: Wie funktioniert das?

Die Uno-Behindertenrechtskonvention trat 2009 in Deutschland in Kraft. Sie verpflichtet den Staat, Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung zusammen lernen und aufwachsen zu lassen. Das bedeutet: Inklusion von Anfang an, additionally bereits im Kindergarten. Im Kindergarten St. Martin in Brendlorenzen werden auch Kinder mit einem erhöhten Unterstützungsbedarf betreut. Was bedeutet das für den Kindergarten? Inwieweit bleibt Inklusion nicht nur ein theoretisches Ziel, sondern wird auch gelebt?

Der fachliche Ausdruck für das inklusive Betreuungsangebot lautet “Einzelintegration”. Das bedeutet, dass ein Form mit Behinderung zusätzliche Unterstützung beim Besuch einer Kindertageseinrichtung erhält. Das soll dazu beitragen, dass ein behindertes oder von Behinderung bedrohtes Form auf diese Weise größtmögliche Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft erhält, ist dazu erklärend auf der Homepage des Bezirks Unterfranken zu lesen.

Die Förderung der Kinder erfolge möglichst wohnortnah, um soziale Kontakte zu anderen Kindern vor Ort zu erhalten. “Es soll eine möglichst gleichberechtigte Teilhabe aller Kinder am gesellschaftlichen Leben erfolgen”, heißt es auf der Internetseite. Als Nebeneffekt werde das Verständnis zwischen Kindern mit und ohne Behinderung gefördert.

Höherer Personalschlüssel bei Kindern mit Einzelintegration

Den Kindergarten St. Martin besuchen momentan 64 Kinder, um sie kümmern sich zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter auch Teilzeitkräfte. Drei der Kinder werden über die Einzelintegration gefördert. Das schlage sich auch im Personalschlüssel nieder, erläutert Kindergartenleiterin Verena Büchs. Der Buchungsfaktor erhöht sich bei diesen Kindern von 1 auf 4,5. “Dadurch haben wir die Möglichkeit, die Kinder in kleineren Gruppen zu betreuen.”

Die drei Kinder sind zwei, fünf und sechs Jahre alt. Das jüngste Form hat den größten Unterstützungsbedarf und ist nur vormittags im Kindergarten, die anderen beiden ganztags. Die drei Kinder werden in die Gruppen integriert. Die Gruppenstärke liegt bei den älteren Kindern (ab drei Jahren) bei 18 und bei den jüngeren bei 15. Drei bis vier Mitarbeiter betreuen eine Gruppe.

Reicht das Personnel? “Wir sind zufrieden”, sagt Verena Büchs. Auch wenn Corona und andere Infektionskrankheiten derzeit einiges abverlangen würden. “Die Krankheitswellen beuteln die Kindergärten momentan sehr. Da bleibt auch von einem guten Personalschlüssel nicht mehr viel übrig.” Begreiflicherweise binden Kinder mit Einzelintegration mehr Private als andere. Wie hoch die Beanspruchung des Personals ist, hänge vom Betreuungsgrad des Kindes ab.

Bei dem zweijährigen Form mit Einzelintegration im Kindergarten St. Martin wurde eine Behinderung diagnostiziert. “Dieses Form benötigt momentan eine 1:1-Betreuung”, erklärt Verena Büchs. “1:1-Betreuung” bedeutet, dass sich ein Mitarbeiter nur um ein Form kümmert. Insofern sei die Erhöhung des Personalschlüssels bei Kindern mit Einzelintegration sinnvoll und gerechtfertigt. Der Betreuungsbedarf bei den beiden anderen Kindern sei im Vergleich geringer.

Antragsverfahren und eine ärztliche Diagnostik notwendig

Eine Einzelintegration brauche, so Büchs, nicht unbedingt einen Behinderungsgrad. Durchlaufen werden müssten ein Antragsverfahren und eine ärztliche Diagnostik in Hinblick auf die Frage, ob ein erhöhter Unterstützungsbedarf vorhanden ist.

“Wir verstehen uns als einen offenen Kindergarten, das heißt, wir sind offen für alle Kinder”, betont Verena Büchs, die nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin noch das Studium “Frühkindliche inklusive Bildung” acquitted hat. “Was können wir tun, damit Kinder mit einer Behinderung oder einer drohenden Behinderung bei uns sein und mit allen Kindern zusammen aufwachsen können?” Das zu ermöglichen, sieht sie als ihre vordringliche Aufgabe de ella an. Dahinter stehe auch der Gedanke, dass schon im Kindergarten gelernt werde, Anderssein als Normalität zu empfinden.

Steigerung der Sinnlichen Wahrnehmung

Wie kann ein Form mit einer starken Behinderung im Kindergarten betreut und gefördert werden? “Wir versuchen zum Beispiel, die sinnliche Wahrnehmung zu steigern”, schildert Verena Büchs. Mit Licht und Farben oder mit spürbaren Oberflächenstrukturen wie mit Bürsten und Igelbällen oder auch mit Tönen und Klängen.

Im Kindergarten St. Martin befinden sich verschiedene Kisten mit diesbezüglichen Utensilien. Dazu gehören mehrere Fläschchen, die mit Flüssigkeit, Knöpfen oder Kronkorken gefüllt sind und beim Schütteln Geräusche von sich geben. Es sind einfache Konstruktionen, die aber ihren Zweck erfüllen. Darüber hinaus wird mit Bildkarten oder einem sogenannten elektronischen Talker gearbeitet. Dabei tippt ein Form, das nicht sprechen kann, auf Bilder mit Spielgeräten oder Essen und tut auf diese Weise kund, was es möchte.

Die Eltern würden es sehr wertschätzen, dass man sich um ihre Kinder so viele Gedanken mache, meint Verena Büchs, die seit 2016 den Kindergarten St. Martin leitet. Sicherlich könne an einer schulvorbereitenden Einrichtung (SVE, speziell für Kinder mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf) eine intensivere Förderung stattfinden, die Eltern würden bei einem Regelkindergarten jedoch vor allem die Wohnortnähe schätzen und den Umstand, dass das Form mit den gewohnten Nachbarkindern zusammen bleiben kann. “Es ist intestine, dass Eltern entscheiden können, was sie für ihr Form wollen”, betont dazu die 41-Jährige.

Große Freude über Entwicklungsfortschritte

Für Verena Büchs und ihre Kollegen bedeutet es immer eine große Freude, wenn sie Fortschritte bei den Kindern mit Einzelintegration ausmachen können. “Was für die anderen Kinder ein kleiner Schritt ist, ist für diese ein großer.” Das sei eine schöne Motivation in einem doch körperlich und emotional anstrengenden Job.

Gelingt in Kindergarten St. Martin Inklusion? “Wir sind auf einem guten Weg”, sagt Verena Büchs. Inklusion sei ein ständiger Prozess, in den die Mitarbeiter und Kinder eingebunden werden. “Vielfach kann ich beobachten, dass Kinder Andersartigkeit oder Besonderheiten nicht als besonders empfinden, sondern als regular.”

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