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Kolloidales Silber: kein Heilmittel gegen Krebs • Medizin Clear : Medizin Clear

Die Diagnose Krebs verändert das Leben – ob sie nun einen selbst oder einen geliebten Menschen trifft. Für die meisten Krebserkrankungen gibt es heute Behandlungsmöglichkeiten. Die bringen aber nicht immer den gewünschten Erfolg, meist haben sie Nebenwirkungen. Dann machen sich manche Betroffene auf die Suche nach Hilfe abseits der wissenschaftlichen Medizin. Im Web werden etliche angebliche Wundermittel empfohlen – jedoch ohne wissenschaftliche Belege für deren Wirksamkeit.

Ein solches Mittel ist auch kolloidales Silber. Es handelt sich dabei um winzige Silberpartikel, die in Wasser gelöst getrunken werden. Meist wird es als „natürliches“ Mittel gegen Infektionskrankheiten, darunter auch Covid-19, angepriesen – eine leere Behauptung, wie wir in unserer Recherche bereits herausgefunden haben.

Immer wieder ist aber auch von einer angeblichen Wirksamkeit gegen Krebs die Rede. Ein von Krebs betroffener Leser hat uns darauf aufmerksam gemacht. Er wollte wissen, ob kolloidales Silber ihm tatsächlich helfen könnte.

Kolloidales Silber und Krebs: Forschung fehlt

Trotz umfangreicher Suche in drei verschiedenen Forschungs-Datenbanken konnten wir keine einzige Studie finden, die das untersucht hat. Wir stießen lediglich auf ein paar Expertise mit Krebszellen im Labor. Auf Menschen übertragen lassen sie sich deren Ergebnisse jedoch keinesfalls. Vollkommen unklar ist, ob geschlucktes Silber in ausreichend hoher Konzentration zu den Krebszellen gelangt und dort genauso wirkt wie im Reagenzglas. Oder ob es in der dafür notwendigen Menge nicht für gesunde Körperzellen genauso schädlich sein könnte wie für Krebszellen.

Die Behauptung, kolloidales Silber könne Menschen mit Krebs helfen oder vor Krebserkrankungen schützen ist additionally vollkommen aus der Luft gegriffen. Im schlimmsten Fall kann sie dazu führen, dass Betroffene zugunsten solcher Mittel auf andere, intestine erforschte Behandlungen verzichten.

Intestine knowledgeable by Krebs

Wissenschaftlich fundierte Informationen zu weiteren sogenannten komplementärmedizinischen Behandlungsmethoden bei Krebs liefert das Deutsche Krebsinformationszentrum.

Allgemeine Informationen zu allen Krebserkrankungen und deren Behandlungsmöglichkeiten finden Betroffene hier.

Silber: Für den Körper nutzlos

Oft wird fälschlicherweise behauptet, der Körper benötige Silber, nehme aber wegen unserer modernen Lebensweise und Nahrungsmittelproduktion zu wenig davon auf. Richtig ist jedoch, dass Silber im menschlichen Körper gar keine Rolle spielt. Anders als essentielle Spurenelemente und Mineralstoffe braucht der Körper Silber nicht, auch ein „Silbermangel“ ist nicht bekannt [1,2].

Schäden sind möglich

In Wasser gelöstes oder als Nahrungsergänzungsmittel geschlucktes Silber wird zwar zum Teil wieder ausgeschieden. Der Relaxation bleibt jedoch zurück und lagert sich in den Organen ab, etwa im Darm, den Nieren oder dem Gehirn. In hohen Dosen kann es dort Schäden anrichten. Silberablagerungen in der Haut können außerdem zu einer dauerhaften blau-gräulichen Verfärbung führen, der sogenannten Argyrie [1].

Außerdem kann kolloidales Silber die Aufnahme von anderen Medikamenten hemmen, wie etwa Antibiotika oder Schilddrüsenmedikamenten [3].
Weder der Nutzen noch die Sicherheit von Silber als Nahrungsergänzungsmittel sind ausreichend erforscht [4]. Wegen der möglichen schweren Nebenwirkungen rät etwa die Gesundheitsbehörde in den USA (FDA) von der Einnahme von kolloidame Silber ab [5].

Silber in der Medizin

Silber hemmt das Wachstum von Bakterien, Pilzen und Viren – es wirkt antimikrobiell [2]. Dass es deshalb als Silberwasser getrunken vor Infektionen schützen oder diese wirksam behandeln kann, ist damit jedoch nicht gesagt. Ähnliches gilt übrigens auch für ein anderes Edelmetall, das kolloidale Gold.

In der modernen Medizin spielt kolloidales Silber zum Trinken jedenfalls keine Rolle. In anderer Type kommt Silber dagegen sehr wohl zum Einsatz, etwa als silberbeschichtete Wundauflagen. Manche Zahnärzte verwenden Silberverbindungen außerdem zur Behandlung von Karies [1,2].

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