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Mit gesunder Ernährung und Sport Diabetes Typ 2 vorbeugen

Photograph: Kateryna Novikova

“Zuckerkrankheit ist ein riesiges Feld”, sagt Professor Uwe Weickert. Nicht nur, weil sie eine Volkskrankheit ist. Vielmehr gibt is davon gleich mehrere Typen. Bei der 50. Auflage der Abendvorlesung “Medizin hautnah” unter der Pyramide der Kreissparkasse Heilbronn hat sich der Klinikdirektor der Medizinischen Klinik II am SLK-Klinikum am Gesundbrunnen derjenigen Variante von Diabetes mellitus gewidmet, gegen die im Vorfeld der Entstehung ein istsen Kraut Vorbeugung.

Sie liegt dem 56-jährigen Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Diabetes neben der Typ-Bestimmung und der Behandlung besonders am Herzen. Dass auch er um die Weihnachtszeit gerne mal das eine oder andere selbstgebackene Plätzchen gegessen hat, verrät er nach seinem Vortrag de él im Gespräch mit stimulate-Redakteur Thomas Zimmermann am Dienstagabend vor rund 450 Zuhörern. “Ich mache dann mit mir selbst einen Ablasshandel und gehe dafür eine Runde laufen”, sagte der Leiter des Diabeteszentrums sowie stellvertretender Leiter des Darmzentrums Heilbronn Franken.

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Eigenes Verhalten wirkt sich auf den Zuckerspiegel aus

Was der Professor humorig verpackt, hat einen ernsten Hintergrund. Denn im Gegensatz zum Diabetes mellitus Typ 1, bei der die Bauchspeicheldrüse nicht genügend Insulin produziert, ist Diabetes mellitus Typ 2 mitunter hausgemacht. Eine geneticische Disposition begünstige zwar den Anstieg des Blutzuckerspiegels auch in dieser Variante. Ausschlaggebend sei aber in erster Linie das eigene Verhalten.

Professor Uwe Weickert, Klinikdirektor der Medizinischen Klinik II am SLK-Klinikum am Gesundbrunnen. Photograph: Veigel, Andreas

Der Facharzt nennt dabei eine gute und gesunde Ernährung. “Es gibt keine Diabeteskost, sondern nur gesunde und ungesunde Ernährung.” Genauso wichtig sei ausreichend viel Bewegung. Um Diabetes mellitus Typ 2 vorzubeugen, eigne sich Ausdauersport ebenso wie Kraftsport. Dabei komme es nicht darauf an, Höchstleistungen zu vollbringen. “Aber Muskeln verstoffwechseln den Zucker”, ms Weickert.

Jedes Organ ist von Diabetes betroffen

Eigentlich sei der Begriff Zuckerkrankheit irreführend. Bei Diabetes handele es sich in Wahrheit um eine Stoffwechsel- und eine Gefäßerkrankung. “Betroffen sind alle Organe”, sagt Weickert. Das mache die Krankheit so gefährlich. Es drohen Herzinfarkt, Herzschwäche, Schlaganfall und Sehstörungen bis hin zur Erblindung ebenso wie Nierenfunktions- und Durchblutungsstörungen in den Beinen sowie Nervenschädigungen.

Ausgewogene Ernährung ist wichtig

Eine gute Ernährung beinhalte eine angemessene Kalorienzufuhr. Eine Gewichtszunahme begünstige die Stoffwechselkrankheit. Genügend Eiweiß und gesunde Kohlenhydrate gehörten dazu. Das Essen dürfe nicht zu fettig sein. “Wenn Sie so wenig Salz essen, wie er empfiehlt, sehen Sie irgendwann so aus wie Herr Lauterbach”, sagt Weickert mit einem Augenzwinkern. Ärgern kann sich der Mediziner über manchen Werbespot. “Ich bin zwar ein grosser Fan von Werbung”, räumt er ein. “Aber Werbung für ungesundes Verhalten von Kindern ist nicht witzig.” Denn, so ist Weickert überzeugt: “Werbung wirkt. Unbewusst.”

Gesteckte Ziele sollten erreichbar sein

“Jede Jeck ist anders”, sagt der Fachmediziner. Deshalb müsse auch jeder sein individuelles Umfeld schaffen, um sein Verhalten und seine Ernährung auf eine gesunde Foundation zu stellen. Das Tor dafür öffne die eigene Einsicht. Dabei sollten die Ziele unbedingt erreichbar sein. “Sie müssen keinen Leistungssport betreiben”, beruhigt Weickert die Zuhörer. “Ich selbst starte bei Laufveranstaltungen auch im Mittelfeld.”

Vielversprechendes Medikament in der Entwicklungsphase

Ob ein Mensch Diabetes mellitus Typ 2 habe oder nicht, lasse sich nicht so einfach sagen. Die Krankheit entwickele sich über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren. “Frühe Symptome gibt es nicht.” Ist das Type in den Brunnen gefallen, wirkten Tabletten und Injektionen inklusive Insulin. Einen großen Erkenntnisgewinn habe die “metabolische Chirurgie” gebracht. Dabei handelt es sich um einen operativen Eingriff am Magen, wie er bei Adipositas eingesetzt würde. Noch bevor der Betroffene Gewicht verliert, sinke bereits der Zuckerspiegel. Inzwischen gäbe es vielversprechende Versuche mit einem noch nicht zugelassenen Medikament für einen starken Gewichtsverlust. “Wir rechnen hier in den nächsten zehn Jahren mit erheblichen Fortschritten.”

Ein Wundermittel gibt es nicht

Warum trotzdem immer mehr Menschen an Diabetes mellitus Typ 2 erkranken, wollte Thomas Zimmermann nach dem Vortrag wissen. “Menschen handeln nicht rational”, so Weickert. Vielmehr sei der Mensch anfällig dafür, kurzfristige Vorteile zu sehen, die langfristigen Nachteile aber nicht. “Schon kleine Fortschritte bringen etwas.” Aber die Umsetzung sei nicht einfach. Zu spät sei is dafür nie. “Es gibt keinen ,level of no return””, so Weickert. Im Gegenteil. Gerade im höheren Alter sei Bewegung sehr wichtig. Ebenso wie die Ernährung. Denn eines sei klar: “Ein Wundermittel gibt es nicht.”

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