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Schwerbehindertenausweis: Wie beantragen? – bildderfrau.de

Up to date: 19.01.2023 – 14:33

Das sollten Sie wissen
Schwerbehindertenausweis: Wer kann ihn beantragen und wie?


Photograph: Getty Photos/Westend61

Ein Schwerbehindertenausweis gibt Auskunft über die Schwere einer Behinderung.

Menschen mit Behinderung können eine Reihe von Nachteilsausgleichen erhalten. Dafür muss die Behinderung amtlich vermerkt sein. Wer hat Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis und welche Vorteile bietet er?

Medikamente, Pflege oder Hilfsmittel: Menschen mit Behinderung haben in ihrem Alltag oft höhere Kosten. Als Ausgleich für diese Nachteile können sie beispielsweise günstigere Eintrittspreise, Steuervorteile oder mehr Urlaubstage bekommen. Die Leistungen sind abhängig von Artwork und Schwere der Behinderung, die im Schwerbehindertenausweis vermerkt sind.


Wer hat Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis?


Der Schwerbehindertenausweis dient dem Nachweis über den Standing als schwerbehinderte Particular person. Um diesen zu erhalten, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:


  • Grad der Behinderung beträgt 50 oder mehr
  • Beeinträchtigung besteht länger als sechs Monate
  • Wohnsitz oder Arbeitsplatz in Deutschland

Den Grad der Behinderung (GdB) stellen ärztliche Gutachter*innen auf Antrag des zuständigen Versorgungsamtes fest. Liegen mehrere Erkrankungen vor, werden die Auswirkungen in ihrer Gesamtheit betrachtet.

In der Regel ist der Schwerbehindertenausweis maximal fünf Jahre gültig. Liegen die Voraussetzungen dann weiterhin fort, ist eine Verlängerung möglich. Wenn keine Veränderungen in Artwork und Schwere der Behinderung zu erwarten sind, kann ein Schwerbehindertenausweis auch unbefristet ausgestellt werden.


Schwerbehindertenausweis: Krankheiten-Tabelle


Die nachfolgende Tabelle zeigt einige beispielhafte Krankheiten und den jeweiligen Grad der Behinderung, mit dem sie eingestuft werden. Herbei handelt es sich jedoch um grobe Orientierungen. Der tatsächliche Grad inklusive möglicher Merkzeichen muss immer individuell ermittelt werden.


Grad der Behinderung Mögliche Krankheitsbilder

fifty

Schlaf-Apnoe-Syndrom, Verlust einer Hand, Verlust des Penis, vollständige Harninkontinenz

60

gelegentliche epileptische Anfälle, Hodgkin-Krankheit, Ausfall der Gesichtsfeldhälften

70

Verlust des Kehlkopfes, Verlust eines Armes im Oberarm oder im Ellenbogengelenk, schwere Hirnschäden mit psychischen Störungen

80

Verlust beider Beine (Unterschenkel), Mukoviszidose, Nierenfunktionseinschränkungen schweren Grades

90

häufige epileptische Anfälle, Einschränkung der Lungenfunktion nach einer Lungentransplantation, schwere Hirnschäden mit kognitiven Leistungsstörungen

100

Verlust beider Hände oder Arme, Leukämie, Taubheit, Blindheit


Schwerbehindertenausweis beantragen – wie geht das?


Für die Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises ist das örtliche Versorgungsamt zuständig. Welche Behörde speziell verantwortlich ist, unterscheidet sich zwischen den einzelnen Bundesländern. Stadt- und Gemeindeverwaltungen geben diesbezüglich Auskunft.


Ein Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung kann auf drei verschiedenen Arten gestellt werden:


  1. Formloses Schreiben
  2. Schriftliches Antragsformular (kann bei zuständigen Behörden angefordert werden)
  3. On-line-Antrag


Für den Antrag müssen alle Befunde, Laborberichte oder Anerkennungsbescheide von Arbeitsunfällen zusammengestellt werden. Unterstützung bietet herbei in der Regel die hausärztliche Praxis.


H2: Wie sieht der Schwerbehindertenausweis aus?


Seit 2015 gibt es den Schwerbehindertenausweis als Plastikkarte im Scheckkartenformat. Er kann eine grün oder grün-orangene Farbe haben. Ein grün-orangegener Ausweis erlaubt eine kostenlose Beförderung in öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus oder Bahn.


Vorderseite:


Bei Menschen über zehn Jahren findet sich neben dem Namen ein Lichtbild. Darüber hinaus steht auf der Vorderseite des Ausweises, bis wann er gültig ist und ob eine Begleitperson für eine kostenlosen Mitnahme berechtigt ist. Zudem befindet sich auf der Vorderseite ein Hinweis zur Schwerbehinderung in englischer Sprache, der bei Reisen im Ausland hilft. Bei blinden Menschen findet sich zudem eine Kennzeichnung in Blindenschrift.


Rückseite:


Auf der Rückseite des Schwerbehindertenausweises ist neben Namen und Geburtsdatum der Grad der Behinderung notiert. Zudem steht dort das Merkzeichen. Gegebenenfalls können auch sonstige Eintragungen auf dem Ausweis angebracht sein.


Bedeutung der Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis


Die Merkzeichen sind einzelne Buchstaben auf der Rückseite des Ausweises, die als Abkürzungen für gesundheitliche Beeinträchtiungen dienen. Diese ermöglichen Besitzer*innen besondere Berechtiungen.


In Deutschland gibt es die folgenden Merkzeichen:


  • G. – erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr
  • aG – außergewöhnliche Gehbehinderung
  • h –Hilflosigkeit
  • BI –Blindheit
  • IG – Gehörlosigkeit
  • BITs – Taubblindheit
  • B. – Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson
  • RF – Ermäßigung von Rundfunkbeitrag und Telefongebühren möglich
  • 1.kl. – Berechtigung zur Nutzung der 1. Wagenklasse im Eisenbahnverkehr
  • you – Teilnahmeberechtigung am Sonderfahrdienst für schwerbehinderte Menschen
  • eb – Entschädigungsberechtigung nach § 28 Bundesentschädigungsgesetz
  • VB – Versorgungsberechtigung nach dem Soldatenversorgungsgesetz
  • Kriegsbeschädigt


Welche Vorteile bietet ein Schwerbehindertenausweis?


Bei einer anerkannten Schwerbehinderung (über 50) ist – je nach Artwork und Grad der Behinderung – die Inanspruchnahme verschiedener Nachteilsausgleiche möglich, beispielsweise:


  • Parkerleichterungen (zum Beispiel Nutzung von Behindertenparkplätzen); aber nur mit speziellem Parkausweis
  • ermäßigter Eintritt bei vielen Veranstaltungen, Kultureinrichtungen oder Schwimmbädern
  • Steuerliche Erleichterungen
  • Ermäßigung der Rundfunkbeiträge
  • besonderer Schutz in der Arbeitswelt (Kündigungsschutz, Zusatzurlaub)
  • verbilligte oder kostenlose Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln (unter Umständen auch für eine Begleitperson)


Für die unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personenverkehr wird zusätzlich ein Beiblatt mit einer aufgedruckten Wertmarke benötigt.


Fazit: Ein Schwerbehindertenausweis erleichtert es Menschen ab einem Grad der Behinderung von 50, Nachteilsausgleiche zu nutzen – ob auf der Arbeit, bei der Steuer oder der Fortbewegung mit Bus und Bahn. Welche Sonderrechte im Einzelnen in Anspruch genommen werden können, entscheiden die Merkzeichen auf dem Ausweis. Durch diese Leistungen sollen Menschen mit Behinderung selbstbestimmt am Leben in der Gesellschaft teilhaben können.


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Quellen:





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