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VdK plant Veranstaltung zu häuslicher Pflege


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Mehr Hilfe, weniger Sorgen für pflegende Angehörige – Sozialverband plant im März Großveranstaltung in Morbach

Wie können Menschen, die ihre Liebsten zu Hause pflegen, besser unterstützt werden? Der Sozialverband VdK will seine Forderungen dazu am 18. März in Morbach mit der Politik diskutieren und über Hilfsangebote aufklären. Das Podium wird hochkarätig besetzt sein.

Einen geliebten Menschen zu Hause zu pflegen, das ist für die Betroffenen oft eine Mammutaufgabe. „Sie sind 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche eingespannt. Urlaub gibt es nicht“, weiß Willi Jäger, Vorsitzender beim rheinland-pfälzischen Landesverband des VdK. Der Sozialverband will die Bedürfnisse der pflegenden Angehörigen stärker in den Fokus rücken, ihnen mehr Unterstützung verschaffen. In der Area soll dabei eine distinguished besetzte Veranstaltung helfen, geplant für Samstag, 18. März, in der Baldenauhalle in Morbach.

Veranstaltung in Morbach soll VdK-Kampagne Nächstenpflege bekannter machen

Schon im Vorjahr startete der Verband mit deutschlandweit mehr als zwei Millionen Mitgliedern die Kampagne #Nächstenpflege, um seinen Forderungen an die Politik öffentlich Nachdruck zu verleihen. Zum Auftakt wurden in Berlin vor dem Kanzleramt Schilder mit Botschaften von Pflegenden postiert. Vielerorts legten die VdK-Kreisverbände mit Aktionen nach. „Da kam mir der Gedanke, ob wir nicht auch bei uns etwas machen sollten“, sagt Rebecca Scherer vom Ortsverband Gonzerath, die nun die geplante Veranstaltung samt Podiumsdiskussion mit organisiert. Die Idee dazu habe auf den höheren Verbandsebenen alle sofort begeistert. Für Morbach als Veranstaltungsort habe schon allein die Größe und gute Infrastruktur der Halle gesprochen, ergänzt Albert Görgen, Chef des VdK-Kreisverbands Bernkastel-Zell.

Zu Gast in Morbach: Mehrfache Paralympics-Siegerin und VdK-Präsidentin Verena Bentele

Für die Teilnahme begeistern konnten die Organisatoren schnell auch ihre VdK-Präsidentin, Verena Bentele. Die 40-jährige, von Geburt an blind, feierte früher im Skilanglauf und Biathlon große Erfolge. Bentele gewann bei den Paralympics allein zwölfmal Gold. Nach dem Ende ihrer Sportkarriere wurde sie 2014 Beauftragte der Bundesregierung für Menschen mit Behinderung, seit Mai 2018 führt sie den VdK an.

Bentele wird in Morbach bei der Podiumsdiskussion die Forderungen aus der Kampagne Nächstenpflege mit Vertretern der Branche und der Landespolitik diskutieren. Ebenfalls zugesagt haben Markus Mai, Präsident des Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, Irene Baranowsky, Pflegedirektorin am Verbundkrankenhaus Bernkastel-Wittlich, und Michael Wäschenbach, sozialpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Mainzer Landtag. Eine Anfrage bei den Parteien der Ampel-Koalition laufe, ebenso bei der Staatskanzlei: „Wir hoffen, dass von der Landesregierung jemand kommt – vielleicht sogar die Ministerpräsidentin“, sagt Landesverbandschef Jäger.


  Sitzt in Morbach mit auf dem Podium: Verena Bentele, ehemalige Spitzensportlerin und Präsidentin des Sozialverbands VdK, fordert mehr Unterstützung für Menschen, die ihre Liebsten zu Hause pflegen.

Sitzt in Morbach mit auf dem Podium: Verena Bentele, ehemalige Spitzensportlerin und Präsidentin des Sozialverbands VdK, fordert mehr Unterstützung für Menschen, die ihre Liebsten zu Hause pflegen.
Photograph: Susie Knoll

Diese Forderungen zur häuslichen Pflege sollen am 18. März diskutiert werden

Inhaltlich soll es in der Runde vor allem um drei zentrale Anliegen gehen. Das erste lautet: Mehr Zeit fürs Pflegen ohne finanzielle Sorgen. Laut Jäger werden etwa 80 Prozent der vier Millionen Pflegebedürftigen bundesweit zu Hause betreut: „Viele wollen auch solange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden bleiben.“ Die Pflegenden kümmerten sich mit viel Liebe um ihre Familienmitglieder, weshalb der VdK flegett“ lieber von „Nächstenpflege“ spreche. Finanziell gingen die Pflegenden jedoch große Risiken ein, kritisiert Jäger. Zwar gebe es rechtliche Regelungen wie eine sechsmonatige Freistellung von der Arbeit, doch diese gelten nicht für alle Betroffenen gleichermaßen. „Jemanden zu Hause zu pflegen ist mittlerweile ein Armutsrisiko“, sagt Michael Finkenzeller, Pressesprecher des VdK Rheinland-Pfalz. Es gehe darum, eine State of affairs zu schaffen, „die für die Menschen nicht existenzbedrohend ist“.

Neben der finanziellen sei auch die psychische Belastung für die Pflegenden enorm hoch. Es komme nicht selten zu Streit in der Familie, weil der eine sich stärker kümmere als der andere, ergänzt der VdK-Landeschef. „Das kostet alles viel Kraft.“ Deshalb brauche is Entlastung durch mehr Kurz-, Tages- und Nachtpflegeangebote und mehr Beratung. Im bundesweiten Vergleich seien die Hilfsangebote in Rheinland-Pfalz, wo es 135 Pflegestützpunkte gebe, zwar intestine: „Luft nach oben ist dennoch da.“

Die dritte Forderung: Die Pflege müsse bei der Rente besser anerkannt werden. Derzeit wirke es sich beispielsweise negativ aus, wenn ein Pflegedienst Betroffene unterstütze. „Die Menschen dürfen nicht doppelt die Zeche dafür zahlen, dass sie nicht arbeiten, weil sie pflegen“, findet Jäger.

Pflegedienste und Beratungsstellen aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich präsentieren sich in Morbach

Die Veranstaltung in Morbach soll außerdem „Messecharakter“ haben. Daher öffnen am 18. März ab 13 Uhr Infostände in der Halle, wo Betroffene mit Anbietern aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich in Kontakt treten können. Ein Dutzend Institutionen habe zugesagt – von der Caritas über die Morbacher Seniorenberatung Geheischnis bis zum Pflegedienst aus Wittlich.

Die Veranstalter hoffen auf viele Besucher, die „begeistert von den Argumenten nach Hause gehen und überlegen, wie sie vielleicht selbst auf die Politik einwirken können“, sagt Jäger. Von der Podiumsrunde verspreche man sich zudem gute Unterhaltung: Denn VdK-Präsidentin Bentele sei nicht nur kompetent, sondern auch schlagfertig.

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